{"id":24510,"date":"2023-08-30T01:43:00","date_gmt":"2023-08-29T23:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=24510"},"modified":"2024-08-31T23:00:00","modified_gmt":"2024-08-31T21:00:00","slug":"von-der-kunst-gute-gespraeche-zu-fuehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2023\/08\/30\/von-der-kunst-gute-gespraeche-zu-fuehren\/","title":{"rendered":"Von der Kunst, gute Gespr\u00e4che zu f\u00fchren"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Untertitel dieses Buches sprach mich an und ich griff in der Stadtb\u00fccherei zu.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/29B3E504-BB66-492D-B9D7-17F6764E9222-1024x689.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-24545\" width=\"545\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/29B3E504-BB66-492D-B9D7-17F6764E9222-1024x689.jpeg 1024w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/29B3E504-BB66-492D-B9D7-17F6764E9222-300x202.jpeg 300w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/29B3E504-BB66-492D-B9D7-17F6764E9222-768x517.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/29B3E504-BB66-492D-B9D7-17F6764E9222-1200x807.jpeg 1200w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/29B3E504-BB66-492D-B9D7-17F6764E9222.jpeg 1234w\" sizes=\"auto, (max-width: 545px) 85vw, 545px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Am Anfang macht die niederl\u00e4ndische Autorin eine Bestandsaufnahme, wie Gespr\u00e4che in der heutigen Zeit zumeist ablaufen. Bei dieser Auflistung f\u00fchlte ich mich ertappt und fand es gut, dies einmal so deutlich vor Augen gef\u00fchrt zu bekommen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wir h\u00f6ren nicht richtig oder gar nicht zu. Stattdessen gucken wir auf das Handy oder \u00fcberlegen, w\u00e4hrend der andere spricht, was wir gleich sagen wollen.<\/li>\n\n\n\n<li>Wir lassen unser Gegen\u00fcber nicht ausreden und fallen ihm ins Wort, um selbst etwas anderes zu erz\u00e4hlen.<\/li>\n\n\n\n<li>Wird von einem Problem berichtet, sind wir schnell mit Rat und Tat zur Stelle, anstatt mit weiteren Fragen auf den Kern des Problems zu kommen.<\/li>\n\n\n\n<li>Gerne \u201ekapern\u201c wir auch ein Gespr\u00e4chsthema. Jemand erz\u00e4hlt beispielsweise von seinem Urlaubsort, dann legen wir direkt los und berichten, was wir dort erlebt haben. Die andere Person kann nicht zu Ende erz\u00e4hlen.<\/li>\n\n\n\n<li>Jemand spricht von einer unsch\u00f6nen Erfahrung, das k\u00f6nnen wir dann oft noch toppen!<br><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Warum  ist das so? \u201eFragen zu stellen, ist nicht angenehm- \u00fcber sich selbst zu reden schon\u201c ist die Antwort der Autorin.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber ist ein wirklich gutes Gespr\u00e4ch?<\/p>\n\n\n\n<p>Elke Wiss, die sich als praktische Philosophin bezeichnet, gibt zuerst eine   Anleitung, wie man mit einer Person ein Gespr\u00e4ch \u00e0 l\u00e0 Sophokles f\u00fchrt. Sophokles war stets ein neugieriger Mensch, der bis zum Lebensende  sein Wissen vergr\u00f6\u00dfern wollte. So stellte er seinem Gegen\u00fcber Fragen und f\u00fchrte sich selbst und im besten  Fall auch die andere Person am Ende des Gespr\u00e4chs zu einer neuen Erkenntnis. Die Autorin beschreibt zur Veranschaulichung dieses Vorgangs einige F\u00e4lle aus ihrer eigenen Praxis als Therapeutin und Leiterin von diversen Workshops. Eine Lehrerin kommt zu ihr und will  wissen, ob sie selbst zu Rassismus neigt oder ein Mann plagt sich mit der Frage, ob er seinen Freund bel\u00fcgen darf. Die Autorin befragt die Ratsuchenden ohne Empathie und ohne Scheu vor etwaigen Verletzungen von Gef\u00fchlen. Sie akzeptiert, dass sie durch ihre Fragen unsympathisch wirkt  und eventuell das Ziel, ihrem Gegen\u00fcber zu helfen, nicht erreichen wird. Das ist in ihren Augen ein gutes Gespr\u00e4ch und so sollte man auch Gespr\u00e4che im Freundes-und Bekanntenkreis f\u00fchren.<br>Im zweiten Teil des Buches werden verschiedene M\u00f6glichkeiten behandelt, wie man u.a. allein durch die richtige Wortwahl gute Fragen stellen kann und wie aus einer reinen Fragestellung ein gutes Gespr\u00e4ch wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Elke Wiss hat das Credo, dass man mit sophoklischen Gespr\u00e4chen die Welt ein bisschen verbessern kann und um diese Botschaft zu verbreiten, ver\u00f6ffentlichte sie ihr Buch.<br>Mir sind die Regeln f\u00fcr eine sophoklische Fragehaltung zu radikal. Aber das ist sicherlich eine Mentalit\u00e4tsfrage. Neben der o.g. Auflistung habe ich im zweiten Buchteil einige Anregungen gefunden, um den Versuch zu starten, Gespr\u00e4che zuk\u00fcnftig weniger oberfl\u00e4chlich verlaufen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Untertitel dieses Buches sprach mich an und ich griff in der Stadtb\u00fccherei zu. Am Anfang macht die niederl\u00e4ndische Autorin eine Bestandsaufnahme, wie Gespr\u00e4che in der heutigen Zeit zumeist ablaufen. 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