{"id":1855,"date":"2016-09-15T01:40:28","date_gmt":"2016-09-14T23:40:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=1855"},"modified":"2025-03-11T04:23:05","modified_gmt":"2025-03-11T03:23:05","slug":"nicht-wegsehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2016\/09\/15\/nicht-wegsehen\/","title":{"rendered":"Nicht wegsehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-20820\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FE66EB31-41F3-4323-826A-B0767BC07E71.jpeg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"218\">&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<\/p>\n<p>Jean Deichel verliert erst die Arbeit, dann seine Wohnung und schlie\u00dflich hat er auch keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosenunterst\u00fctzung. So lebt er in einem von einem Freund ausgeliehenen Van im 20. Arrondissement von Paris. Nach einem morgentlichen Kaffee in einer Bar und dem kostenlosen Besuch im Hallenbad streift er den ganzen Tag durch die Stra\u00dfen des Arrondissements und beginnt jede Kleinigkeit zu registrieren. So bemerkt er eines Tages auch ein Grafittibild, das, ja was stellt es dar? Jean wei\u00df sofort, dass dies etwas Grundlegendes zu bedeuten hat, denn seit der letzten Wahl vor ein paar Wochen herrscht in Frankreich eine unheilschwangere Stimmung. In den folgenden Tagen sieht er noch mehr Bilder, jetzt immer in Kombination mit einem Statement und er findet heraus, wer die Gruppe ist, die dieses Symbol verwendet. Dies ist Teil 1 der Geschichte.<br \/>\nIn Teil 2 erz\u00e4hlt Jean, wie er sich der Gruppierung angeschlossen hat. Es sind Obdachlose und diejenigen, die keine g\u00fcltige Papiere haben. Sie wollen mit ihren Graffittis friedlich auf sich aufmerksam machen, wollen, dass andere Menschen nicht weg- sondern hinsehen und die Politiker sich den Problemen stellen. Doch dann werden zwei aus der Gruppe von der Polizei gejagt. Sie springen in die Seine, k\u00f6nnen aber nicht schwimmen und ertrinken. Bei ihrer Beerdigung, die auch friedlich beginnt, kommen immer mehr Menschen dazu, es werden Tausende, die gegen die Arroganz der Besitzenden und gegen die Perspektivlosigkeit demonstrieren wollen. Die Polizei ist vor Ort, diese Friedlichkeit ist ihr unheimlich und sie hat keinen Grund, ein zu greifen. Doch dann eskaliert ganz pl\u00f6tzlich die Situation. Was war der Ausl\u00f6ser? Aber der Staat hat endlich ein Motiv, seine Macht zu zeigen und bestehende Verh\u00e4ltnisse wieder einzubetonieren.<\/p>\n<p>Dieser schmale Roman (erschienen 2014 und basierend auf den Unruhen in Paris 2005), hat mich &nbsp;beeindruckt. Ich h\u00e4tte noch eine viel l\u00e4ngere Besprechung schreiben k\u00f6nnen, doch soll ja noch etwas zum Lesen \u00fcbrig bleiben. Was mich sehr ge\u00e4rgert hat, das sind einige Besprechungen in Zeitungen (z.B. Spiegel oder taz). Sie kritisieren z.B. den pathetischen Ton im 2. Teil, der meiner Meinung nach aber durch die traditionelle afrikanische Beerdigungszeremonie und die kurze Hoffnung der Beteiligten, dass es eine Aufbruchstimmung zum Besseren geben k\u00f6nnte, durchaus nachvollziehbar ist. Hier kommt die Arroganz der Schreiber zum Vorschein, eben die Arroganz, gegen die im Buch protestiert wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2016\/09\/15\/nicht-wegsehen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eNicht wegsehen\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[735,183,737,13,9,435,736],"class_list":["post-1855","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lieblingsbuecher","tag-armut","tag-buchbesprechung","tag-demonstration","tag-fluechtlinge","tag-lesen","tag-paris","tag-polizei"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1855","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1855"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1855\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28928,"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1855\/revisions\/28928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1855"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1855"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}