{"id":17297,"date":"2021-09-23T00:39:00","date_gmt":"2021-09-22T22:39:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=17297"},"modified":"2024-03-31T05:06:40","modified_gmt":"2024-03-31T03:06:40","slug":"das-weisse-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2021\/09\/23\/das-weisse-buch\/","title":{"rendered":"Das wei\u00dfe Buch als Einstimmung auf Berlin"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eLiebe Linda, da hast Du mir wirklich ein erfrischendes Buechlein geliehen! So etwas Verr\u00fccktes habe ich lange nicht mehr gelesen &#8211; unglaublich, der Typ!&nbsp;<br> Ich am\u00fcsiere mich pr\u00e4chtig (jetzt leider nur noch 70 Seiten).&nbsp;\u201e<\/p>\n\n\n\n<p>Dies schrieb mir eine vielbelesene Bekannte, nachdem ich ihr dieses Buch geliehen hatte:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"692\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/305CB1A9-3822-49D7-A011-2A6543B8FF9C-1024x692.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17299\" style=\"width:684px;height:462px\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/305CB1A9-3822-49D7-A011-2A6543B8FF9C-1024x692.jpeg 1024w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/305CB1A9-3822-49D7-A011-2A6543B8FF9C-300x203.jpeg 300w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/305CB1A9-3822-49D7-A011-2A6543B8FF9C-768x519.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/305CB1A9-3822-49D7-A011-2A6543B8FF9C-1200x811.jpeg 1200w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/305CB1A9-3822-49D7-A011-2A6543B8FF9C.jpeg 1234w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mit dem Fotografien des Buches fing der Spa\u00df schon an<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mitte der 90er Jahre kommt Rafael Horzon nach Berlin. Dort herrscht immer noch Aufbruchstimmung und die Bev\u00f6lkerung ist erpicht auf Neues und Ungew\u00f6hnliches. Genau das richtige Pflaster f\u00fcr Horzon, der vor innovativen Gesch\u00e4ftsideen kaum noch schlafen kann. Manche Ideen sind sehr erfolgreich, wie z.B. sein M\u00f6belladen, in dem er nur eine Art von Regal verkauft als Antwort auf Ikea. Genial auch die Er\u00f6ffnung der Galerie Berlin-Tokyo, in der er am Anfang Haushaltsgegenst\u00e4nde aus seiner Wohnung ausstellt und diese einem  japanischen K\u00fcnstlern zuordnet, den es gar nicht gibt. Die Galerie ist so erfolgreich, dass existiernde japanische K\u00fcnstler in der Galerie  ausstellen m\u00f6chten und Horzon zur Documenta eingeladen wird. Da zieht er die Notbremse und schlie\u00dft die Galerie, denn eigentlich ist er ein Antik\u00fcnstler. <br>Nat\u00fcrlich erlebt Horzon auch Misserfolge, aber er steht immer wieder auf und versucht, etwas Niedagewesenes  zu erschaffen.<br>Am Anfang des Buches (erschienen 2010) dachte ich, dass ich Erinnerungen von M\u00fcnchhausen 2.0 lese. Zu fantastisch war das Berichtete, zu sehr erinnerte mich auch der Schreibstil an die L\u00fcgengeschichten. Aber dann kamen mir doch Zweifel. War da vielleicht doch ein K\u00f6rnchen Wahrheit in dem Buch enthalten? Ich fragte das Internet und kam aus dem Staunen kaum heraus. Ich als Niederrheinlandei hatte nicht mitbekommen, dass Herr Horzon zu den VIPS von Berlin geh\u00f6rte und seine Ladener\u00f6ffnungen zu den Partyereignissen der Stadt geh\u00f6rten. Ja, der M\u00f6belladen existiert noch heute, andere Projekte hat es wirklich gegeben.<br>Ich las dieses Buch bevor ih nach Berlin fuhr  und fand es herrlich. Auf den Spuren eines  Mannes mit vielen Ideen und Mut, diese umzusetzen- genau mein Ding. So freute ich mich darauf, das zweite Buch von ihm zu lesen, das letztes Jahr erschienen ist. Um es kurz zu machen: Machen Sie es mir nicht nach, denn bei diesem Buch ist nur der Umschlag sch\u00f6n:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"526\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/65718CD1-595E-4BEA-8637-234CC5290E4F.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17305\" style=\"width:289px;height:352px\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/65718CD1-595E-4BEA-8637-234CC5290E4F.jpeg 526w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/65718CD1-595E-4BEA-8637-234CC5290E4F-247x300.jpeg 247w\" sizes=\"auto, (max-width: 526px) 85vw, 526px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Horzon braucht Geld und man empfiehlt ihm, ein zweites Buch zu schreiben. Allerdings muss er erst dem Suhrkamp Verlag einen Entwurf liefern, bevor er einen Vorschuss bekommt. Seine finanzielle Lage wird immer prek\u00e4rer, denn dummerweise hat er \u00fcberhaupt keine Idee, \u00fcber was er schreiben soll. Letztendlich erz\u00e4hlt er \u00fcber den Zustand des Suchens nach einer Buchidee und das war f\u00fcr mich entt\u00e4uschend. Horzon ist kein charmanter Tausendsassa mehr, sondern eine zickige Heulsuse mit depressiven Anwandlungen, die ohne Freunde kaum noch  lebensf\u00e4hig  ist. Das Buch versucht, lustig zu sein. Vielleicht ist es das, wenn man es nicht mit Horzons ersten Werk vergleicht, aber mich hat Buch Nr. 2 nur genervt. Ich hoffe f\u00fcr Herrn Horzon, dass nichts Autobiographisches in seinem neuen Buch enthalten ist und es an meinem Humorgeschmack liegt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eLiebe Linda, da hast Du mir wirklich ein erfrischendes Buechlein geliehen! 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