{"id":17097,"date":"2021-08-22T16:54:00","date_gmt":"2021-08-22T14:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=17097"},"modified":"2026-01-01T20:31:20","modified_gmt":"2026-01-01T19:31:20","slug":"mein-kleiner-wahlkampf-hat-begonnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2021\/08\/22\/mein-kleiner-wahlkampf-hat-begonnen\/","title":{"rendered":"Mein kleiner Wahlkampf hat begonnen"},"content":{"rendered":"\n<p>Alle Eltern und Gro\u00dfeltern, die seelenruhig oder gleichg\u00fcltig sind, wenn es um die Frage geht, wie die Zukunft  ihrer Kinder\/ Enkel auf dieser Erde aussieht, beneide ich sehr. Mein Seelenfrieden ist angeschlagen.<br>Ich habe weder Enkel noch Kinder, aber ich geh\u00f6re zu der Generation, die diese Klimaver\u00e4nderungen  mit verursacht hat und da ist es f\u00fcr mich das Mindeste,  die Personen zu unterst\u00fctzen, die versuchen, noch Schlimmeres zu verhindern. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Zettel klebt an der Scheibe meines Autos und an ein paar anderen Pl\u00e4tzen. Ob er ein Elternpaar oder Gro\u00dfeltern zum Nachdenken bringt? <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"374\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2165CB96-E0C8-4F51-B540-38A83582548B-1024x374.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17098\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2165CB96-E0C8-4F51-B540-38A83582548B-1024x374.jpeg 1024w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2165CB96-E0C8-4F51-B540-38A83582548B-300x109.jpeg 300w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2165CB96-E0C8-4F51-B540-38A83582548B-768x280.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2165CB96-E0C8-4F51-B540-38A83582548B-1536x561.jpeg 1536w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2165CB96-E0C8-4F51-B540-38A83582548B-2048x747.jpeg 2048w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/2165CB96-E0C8-4F51-B540-38A83582548B-1200x438.jpeg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Am letzten Samstag (21.8.) erschien in der Rheinischen Post dieser  \u201eSommerartikel\u201c.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Sommer wird zur Bedrohung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>ESSAY<\/strong>&nbsp;Er war die Jahreszeit, in der man nach drau\u00dfen ging und das Leben leicht nahm. Das ist vorbei. Durch den Klimawandel hat sich die Natur gegen uns gewendet. Der Sommer ist nun Hochrisikogebiet. Ein Abgesang.VON PHILIPP HOLSTEIN<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Sommer f\u00fchlt sich anders an. Vielleicht, weil vielen Menschen bewusst wird, dass diese Jahreszeit sich ver\u00e4ndert hat. Dass sie wom\u00f6glich nicht l\u00e4nger Anlass ist, sich zu freuen. Es k\u00f6nnte sogar sein, dass wir Abschied nehmen m\u00fcssen vom Sommer, wie wir ihn kannten. Die Sonne hat sich gegen uns gewendet. \u201eWann kommt die Flut\u201c statt \u201eWalking On Sunshine\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher war der Sommer ein Fluchtpunkt, ein Sehnsuchtsraum. Er war die Zeit der gro\u00dfen Ferien, in denen man frei von Verpflichtungen des Alltags an ferne Orte reiste. Im Sommer begab man sich zumeist in die Natur. Au\u00dferhalb der gewohnten Zusammenh\u00e4nge bot sich die Gelegenheit, man selbst zu sein. Im Sommer fanden Hochzeiten statt, die Menschen kamen bei Sportturnieren und Kulturfestivals zusammen, sie verbrachten ganze Tage im Freibad, dufteten nach Chlor und Wassermelone. So viele Lieder, B\u00fccher und Filme spielen in den Monaten Juli und August. \u201eStand By Me\u201c und \u201eCall Me By Your Name\u201c erz\u00e4hlen vom Erwachsenwerden in der Sonne. \u201eSummertime, when the livin\u2019 is easy\u201c, sang Billie Holiday.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Jahr zeigt uns, dass das Leben nicht mehr unbeschwert ist. Dabei sah es zun\u00e4chst so aus, als w\u00fcrde das ein Spitzen-Sommer werden. Einen \u201eHot Vax Summer\u201c prognostizierten amerikanische Medien. Das Gros der Menschen w\u00fcrde geimpft sein, man k\u00f6nnte einander ohne Masken begegnen und den Wiedereintritt ins Leben feiern, hie\u00df es. Renaissance in Badelatschen. Es kam anders: Hochrisikogebiet Sommer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Delta-Variante sorgte daf\u00fcr, dass viele Menschen Urlaubsreisen absagen mussten, weil ihr Ziel zum Virusvariantengebiet erkl\u00e4rt wurde. Zu Hause konnten sie nicht mehr einfach so ins Freibad gehen, sondern mussten Zeitfenster buchen. Und dann schlug das Wetter zu.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland, England, Belgien, China, Jemen, Indonesien und Indien gab es Starkregen und heftige \u00dcberschwemmungen. In Tschechien Tornados. In Italien, Sibirien, der T\u00fcrkei, in Griechenland, Bulgarien und den USA brannte der Wald. Jeden Tag wurde der Wortschatz um einen katastrophalen Begriff erweitert: \u201eBootleg-Fire\u201c, \u201eDixie-Brand\u201c, \u201eHitzedom\u201c. Die Folgen waren indes nicht mehr in Begriffe zu fassen. Viele Menschen starben. Viele verloren ihre Existenz. \u201eDie deutsche Sprache kennt kaum Worte f\u00fcr die Verw\u00fcstung, die hier angerichtet ist\u201c, sagte Angela Merkel im Ahrtal.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Jetstream, der Wetterquirl also, ist schw\u00e4cher geworden. Das bedeutet, dass Hoch- und Tiefdruckgebiete l\u00e4nger an einem Ort bleiben und extreme Wetterlagen beg\u00fcnstigen. Zwischen 1952 und 2011 habe sich die Dauer des Sommers von 78 auf 95\u2005Tage verl\u00e4ngert, las man. Und dass die Atmosph\u00e4re in den vergangenen 100\u2005Jahren um ein Grad w\u00e4rmer geworden sei. Ein Grad Erw\u00e4rmung bedeutet einerseits eine um 20\u2005Prozent h\u00f6here Waldbrandgefahr; anderseits sieben\u2005Prozent mehr Wasser in der Atmosph\u00e4re. Und dieses Wasser will abregnen. \u00dcberall auf der Welt waren die Folgen des Klimawandels geballt und zur gleichen Zeit zu sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab Temperaturen bis 49 Grad. In den USA durften an Orten wie Kennewick keine Schulbusse mehr fahren, weil man es Kindern nicht zumuten konnte, darin zu sitzen. Feriencamps in der Natur wurden wegen der Hitze in Turnhallen verlegt. Im Sommer drau\u00dfen zu sein, ist gef\u00e4hrlich geworden. K\u00f6nnte sein, dass Sommer k\u00fcnftig gleichzusetzen ist mit sozialer Isolation, wie wir sie aus den Lockdowns kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher habe man von \u201ehistorischen Wetterph\u00e4nomenen\u201c gesprochen oder von \u201eHitze ungekannten Ausma\u00dfes,\u201c schreibt die \u201eL.\u2009A.\u2005Times\u201c. Heute sei es \u201edas neue Normal\u201c. Die BBC prognostiziert, der Sommer werde zu hei\u00df f\u00fcr die Menschen. Und die \u201eNew\u2005York\u2005Times\u201c betrauert den Abschied vom bisherigen Verst\u00e4ndnis des Sommers. Die geochronologische Epoche, in der wir leben, wird Anthropoz\u00e4n genannt. Der Begriff bezeichnet das Zeitalter, in dem der Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosph\u00e4rischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Nun wirkt es so, als k\u00f6nne der Mensch die Eingriffe in die Erde weder r\u00fcckg\u00e4ngig machen noch mit ihren Folgen leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 24\u2005Jahre alte Pops\u00e4ngerin Lorde hat soeben ein Album \u00fcber den Sommer ver\u00f6ffentlicht. Es tr\u00e4gt den Namen \u201eSolar Power\u201c und klingt wehm\u00fctig und trotzig zugleich. Im Interview mit dem \u201eSpiegel\u201c beschreibt Lorde die Sonne als lebenspendende Kraft, die uns alle umbringen werde. Sie habe sich nostalgische Vorbilder f\u00fcr ihre Musik gesucht, die Eagles sowie Crosby, Stills\u2005&amp;\u2005Nash etwa. Angesichts von Klimawandel, gesellschaftlichen Kluften und politischen Krisen falle es ihr sehr schwer, hoffnungsvoll in die Zukunft ihrer Generation zu blicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber vielleicht gibt es ja doch noch Anlass zur Hoffnung. Dann n\u00e4mlich, wenn dieser Sommer auch von denen, die bisher skeptisch waren, als handfester Beweis gewertet wird, dass Klimawandel nichts Abstraktes ist. Wenn jetzt sofort und nicht vielleicht irgendwann mit gr\u00f6\u00dfter Kraft und nicht blo\u00df mit guter Absicht der Lebensstil ver\u00e4ndert wird, der zu den Ph\u00e4nomenen f\u00fchrte, die nun mit Macht auftreten. Und wenn zudem schon praktisch f\u00fcr den Alltag der Zukunft vorgesorgt wird und etwa St\u00e4dte mehr Parks bekommen, B\u00e4che und Schatten und so weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Verse aus dem Sommerhit von Mungo Jerry haben jedenfalls eine andere Bedeutung bekommen: \u201eYou can stretch right up and touch the sky \/ When the weather\u2019s right.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>INFO49,6 Grad Celsius in British Columbia&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prognose<\/strong>&nbsp;Bei einem sofortigen Stopp aller klimarelevanten Emissionen w\u00fcrde sich die Erde allein in diesem Jahrhundert um etwa 1,1 Grad erw\u00e4rmen. Das zeigt eine Studie von Thorsten Mauritsen vom Hamburger Max-Planck-Institut f\u00fcr Meteorologie und seinem Kollegen Robert Pincus, Wissenschaftler der University of Colorado, aus dem Jahr 2017.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hitze<\/strong>&nbsp;49,6\u2005Grad Celsius zeigte das Thermometer Ende Juni in Lytton (Provinz British Columbia). Die \u00f6rtliche Wetterbeh\u00f6rde teilte mit, der Wert sei der \u201eAllzeit-Temperaturrekord\u201c f\u00fcr Kanada.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hochwasser<\/strong>&nbsp;Bei der Flutkatastrophe dieses Sommers in Deutschland starben mehr als 180 Menschen. Betroffen sind Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Das Hochwasser gilt gemessen an der Opferzahl als schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit der\u2005Sturmflut 1962.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Eltern und Gro\u00dfeltern, die seelenruhig oder gleichg\u00fcltig sind, wenn es um die Frage geht, wie die Zukunft ihrer Kinder\/ Enkel auf dieser Erde aussieht, beneide ich sehr. 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