{"id":15818,"date":"2020-12-17T01:41:00","date_gmt":"2020-12-17T00:41:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=15818"},"modified":"2020-12-16T23:06:10","modified_gmt":"2020-12-16T22:06:10","slug":"ein-buch-mit-zwei-wassertropfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2020\/12\/17\/ein-buch-mit-zwei-wassertropfen\/","title":{"rendered":"Ein Buch mit Worttropfen"},"content":{"rendered":"\n<p>Stellen Sie sich vor: Sie sitzen oder  liegen irgendwo, lesen gem\u00fctlich und es ist still. Idylle. Doch dann h\u00f6ren Sie ein Ger\u00e4usch. Sie wollen es ignorieren, schlie\u00dflich genie\u00dfen Sie gerade Ihre Lekt\u00fcre, doch die zum Lesen n\u00f6tige Konzentration l\u00e4sst nach, dieses Ger\u00e4usch piesackt Sie. Sie sehen nach, es ist der Wasserhahn, der tropft.  Die Irritation ist schnell behoben, doch die Lust aufs Weiterlesen ist vergangen.<br>Dieses Gef\u00fchl hatte ich auch bei dem Buch von Esther Kinsky.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/50E4C9FE-046F-4FB7-9E58-A3E130CCAE0C-650x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15826\" width=\"191\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/50E4C9FE-046F-4FB7-9E58-A3E130CCAE0C-650x1024.jpeg 650w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/50E4C9FE-046F-4FB7-9E58-A3E130CCAE0C-190x300.jpeg 190w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/50E4C9FE-046F-4FB7-9E58-A3E130CCAE0C-768x1211.jpeg 768w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/50E4C9FE-046F-4FB7-9E58-A3E130CCAE0C.jpeg 812w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 85vw, 191px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Unterschied: Es war kein Wassertropfen, der mich gest\u00f6rt und immer mehr genervt hat, es waren mehrere Worttropfen im Buch.<br>Kinskys Buch \u201eAm Fluss\u201c  war 2014 f\u00fcr mich ein Ereignis. Ihre F\u00e4higkeit, noch so Unbedeutendes in einer wunderbaren Sprache zu charakterisieren, beeindruckte mich sehr. Jetzt wollte ich mir \u201eHain\u201c g\u00f6nnen, in dem sie \u00fcber ihre Aufenthalte in Italien schreibt.<br>Kinskys Lebenspartner(?) M. ist gestorben und sie f\u00e4hrt daraufhin im Winter in eine kleine Stadt bei Rom, wo sie ein Haus auf einem H\u00fcgel f\u00fcr mehrere Monate mietet. Durch das K\u00fcchenfenster hat sie einen Blick auf den Friedhof, der auf dem gegen\u00fcberliegenden H\u00fcgel mit seinen hohen Mauern einer Trutzburg \u00e4hnelt. Dank der Lage ihrer Unterkunft breitet sich auch ein Teil der Stadt wie eine Miniaturlandschaft vor ihr aus, die sie ebenfalls ausgiebig beobachtet. Eine andere Besch\u00e4ftigung ist das Erkunden der Gegend zu Fu\u00df. So erz\u00e4hlt sie in kurzen Kapiteln von der Landschaft, den Bewohnern, besonders gerne von Tieren und dem italienischen Winterhimmel mit seinen unwiderstehlichen Blaut\u00f6nen.   <br>Im zweiten Teil des Buches erinnert sich die Autorin an mehrere Urlaube in Italien in den 70er Jahren. Der Vater liebte das Land, die Sprache und die Geschichte. Frau und zwei T\u00f6chter mussten immer mit, viele Kirchen, Museen und Ausgrabungsstellen lernte Kinsky auf diese Weise kennen.<br>Gibt es Eindr\u00fccke, die sie aus ihrer Kindheit als erwachsene Frau noch einmal abrufen kann? Welche Gef\u00fchle l\u00f6st Altbekanntes bei ihr aus? Davon handelt das letzte Drittel des Buches. Kinsky f\u00e4hrt nach Ferrara, wandert in der Poebende, sieht sich die Mosaiken von Ravenna an. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor fast drei Jahren schrieb ich in meinem Blog \u00fcber einen Winterurlaub in Rimini. (siehe unten). An diesen musste ich beim Lesen sehr oft denken, denn  der \u201eGel\u00e4nderoman\u201c, wie das Buch auch genannt wird, bot mir ein Fundus an Erinnerungen. In den ersten beiden Kapiteln schwelgte ich geradezu und erfreute mich dabei an der \u00fcberraschenden, aber immer stimmigen Sprache. Diese Freude verging mir dann allerdings im dritten Kapitel. Uns\u00e4gliche Wortwiederholungen wurden f\u00fcr mich zu \u00e4rgerlichen Worttropfen. Ein paar Beispiele: Platz 1: Gestr\u00fcpp und struppig,  Platz 2: ausgefranst, Platz 3: Obdach, Platz 4: gestutzt, Platz 5: bitterkalt <br><br>Teil eins und zwei in \u201eHain\u201c sind gro\u00dfartig, bei Teil 3 bin ich ratlos. Wie konnten Autorin und Lektorat pl\u00f6tzlich so schludern?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen Sie sich vor: Sie sitzen oder liegen irgendwo, lesen gem\u00fctlich und es ist still. Idylle. Doch dann h\u00f6ren Sie ein Ger\u00e4usch. 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