{"id":15105,"date":"2020-09-03T01:31:02","date_gmt":"2020-09-02T23:31:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=15105"},"modified":"2020-09-02T23:19:32","modified_gmt":"2020-09-02T21:19:32","slug":"postkartenliebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2020\/09\/03\/postkartenliebe\/","title":{"rendered":"Postkartenliebe"},"content":{"rendered":"\n<p>In meinem Leben spielen Postkarten zeitweise eine besondere Rolle. Als Achtj\u00e4hrige gab ich z. B mein ganzes Taschengeld f\u00fcr 3D-Postkarten aus, die ganz neu auf dem Markt waren. Ich war ganz verr\u00fcckt danach! In meiner Buchhandlung gab es dann \u00fcber mehrere Jahre hinweg in jedem verkauften Buch monatlich eine andere Postkarte als Lesezeichen  und 2013 startete ich das Projekt \u201e1000 Postkartenunikate\u201c.<br>Die Liebe zu Postkarten lie\u00df mich im Laufe der Zeit auch einige B\u00fccher zu diesem Thema kaufen und heute m\u00f6chte ich Ihnen einen Titel vorstellen. Aber zuvor noch eine Einstimmung. Diese Postkarten habe ich in den letzten Wochen gestaltet:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/C4957376-0E44-4414-BC0A-BBF724D163B9.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15108\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/C4957376-0E44-4414-BC0A-BBF724D163B9.jpeg 640w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/C4957376-0E44-4414-BC0A-BBF724D163B9-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption>Oben rechts \u201eTreffen der Zauberfeen in Viersen\u201c, darunter \u201eViele P\u00fcnktchen und vier Antons\u201c<br>Oben links unterhalten sich Gertrude Stein und Marcel Duchamp \u00fcber Rosen, darunter eine Auswahl an Jeanstaschen.<br><br><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/04C30227-6EAB-4E84-BFAC-4D8224B27FAA.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15109\" width=\"614\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/04C30227-6EAB-4E84-BFAC-4D8224B27FAA.jpeg 640w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/04C30227-6EAB-4E84-BFAC-4D8224B27FAA-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><figcaption>Rechts eine Winterszene vom Marktplatz in Roermond, Mitte Szene in einem Pariser Caf\u00e9, links Graffiti in Lissabon<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und um dieses Buch dreht es sich heute:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/985E2B4F-E7FD-4AC4-8E6C-746BD34BC8FF-e1599038569710.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15122\" width=\"264\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/985E2B4F-E7FD-4AC4-8E6C-746BD34BC8FF-e1599038569710.jpeg 480w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/985E2B4F-E7FD-4AC4-8E6C-746BD34BC8FF-e1599038569710-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 85vw, 264px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>127 Postkarten hat der Autor Jurek Becker vom Sommer 1992 bis kurz vor seinem Tod  im Fr\u00fchjahr 1997 an seinen Sohn Jonathan, genannt Johnny, geschrieben. Johnny konnte in dieser Zeit noch nicht lesen und so war auch Mutter Christine als Vorleserin involviert.<br>Das Buch, es ist vielleicht eher ein Bildband, zeigt die einzelnen Postkarten mit ihren Vorder-und R\u00fcckseiten. Die Motive der Postkarten sind vielf\u00e4ltig. Barbarpapa und Batman sind Helden f\u00fcr Johnny, also bekommt er mehrere Karten mit Szenen aus Filmen. Der kleine Junge ist gro\u00dfer Traktor-und Lokomotivenfan, auch hier bedient sein Vater Johnnys Vorlieben. Es gibt aber auch ganz andere Postkarten, z.B. Kunstpostkarten von Miro, Picasso oder Kandinsky. Da Becker seinem Sohn aus der ganzen Welt kleine Gr\u00fc\u00dfe schickt (z.B. aus Indien, Peru, Irland, USA oder Polen) sind auch Fotokarten mit lustigen Szenen oder Karten mit z.T. ungew\u00f6hnlichen Abbildungen dabei.<br>Ich habe schon lange nicht mehr ein Buch gelesen, das so viel Herzensw\u00e4rme ausstrahlt. Becker liebt seinen Sohn abg\u00f6ttisch und vermisst  ihn sehr auf seinen Reisen oder wenn er sich in das Haus in Siseby zur\u00fcckgezogen hat, um an einem neuen Buch zu schreiben. Diese Liebe sp\u00fcrt man beim Lesen immer wieder. Doch die Texte der Postkarten zeigen auch, wie sehr Becker an dem Leben seines Sohnes teilnimmt und er als Vater aus der Ferne versucht, seinen Sohn positiv zu beeinflussen. Oft stellt er Johnny Fragen zu den Postkartenmotiven und m\u00f6chten ihn zum Nachdenken anregen. Er erz\u00e4hlt seinem Sohn aber auch von Fehlern, die er selbst als Erwachsener gemacht hat und zeigt sich so als jemand, der keineswegs perfekt ist. Ja und dann ist da noch Beckers gro\u00dfe Gabe, die Fantasie seines Sohnes anzuregen. Johnny liebt alles, was ein gro\u00dfer Quatsch ist und lacht f\u00fcr sein Leben gerne. Sein Vater gibt ihm deshalb konsequent sehr phantasievolle Kosenamen, wie z.b. Aprikosenei, Kugelblitz oder Mauseloch. Er erz\u00e4hlt auf den Karten kurze augenscheinlich abstruse Geschichten und Johnny ist entz\u00fcckt. Allerdings versucht Becker auch in diesen Geschichten, seinem Sohn etwas zu vermitteln. So soll Johnny mehr Obst und Gem\u00fcse essen, auf den Karten tauchen dann z.B. Orangensaft oder \u00c4pfel als Protagonisten der Geschichten auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Buch ist f\u00fcr mich auch eine \u201eOde an die Postkarte\u201c. Man sollte Postkarten nicht nur im Urlaub verschicken, sondern viel h\u00e4ufiger auch mal zwischendurch. Sie sind in der heutigen Mail- und WhatsApp-Zeit ein kurzes \u201eIch denk an dich\u201c, aber viel pers\u00f6nlicher und individueller.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fernsehen sah ich vor ein paar Wochen, dass die Schauspielerin Caroline Peters (Mord mit Aussicht, im August die Buhlschaft im Jedermann in Salzburg) zusammen mit ihrem Mann einen Postkartenverlag ( \u201eArt Postal\u201cmit zeitweiligem Ladenlokalen) in Wien gegr\u00fcndet hat, weil sie damit auch zum Erhalt der Postkartentradition beitragen m\u00f6chte. Sehr sympathisch.<\/p>\n\n\n\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte am Montag erw\u00e4hnt, dass ich letzte Woche Urlaub in Ostfriesland gemacht habe. Dieses Mal folgen keine Reisetipps, da wir sehr faul waren, aber wer Lust hat, kann am Samstag \u00fcberpr\u00fcfen, wie gut er sich in Ostfriesland auskennt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem Leben spielen Postkarten zeitweise eine besondere Rolle. Als Achtj\u00e4hrige gab ich z. 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