{"id":14748,"date":"2020-07-13T01:24:06","date_gmt":"2020-07-12T23:24:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/?p=14748"},"modified":"2020-07-12T21:41:35","modified_gmt":"2020-07-12T19:41:35","slug":"das-duell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/2020\/07\/13\/das-duell\/","title":{"rendered":"Das Duell"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eWir stehen selbst entt\u00e4uscht und sehn betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.\u201c Erinnern Sie sich noch, wer seine Sendung mit diesem Zitat immer beendete?  Es war Marcel Reich-Ranicki, der in seinem \u201eLiterarischen Quartett\u201c mit dem Brechtzitat seine Zuh\u00f6rer verabschiedete.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/97578461-CA81-4112-BD73-C1AE2261177A.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14749\" width=\"131\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/97578461-CA81-4112-BD73-C1AE2261177A.jpeg 305w, https:\/\/www.libroart.de\/lindabroszeit\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/97578461-CA81-4112-BD73-C1AE2261177A-183x300.jpeg 183w\" sizes=\"auto, (max-width: 131px) 85vw, 131px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich habe dieses Buch als H\u00f6rbuch in den letzten Tagen genossen, allerdings passt o.g. Zitat hervorragend zu meinem Gef\u00fchl am Ende des Buches.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Untertitel auf dem Buch gibt an, wovon das Buch handelt. Es ist die Geschichte einer Hass-Liebe zwischen einem Autor und einem Literaturkritiker, die \u00fcber Jahrzehnte andauert. Mir war dieses besondere Verh\u00e4ltnis zwischen den beiden bekannt, doch  wusste ich nicht viel \u00fcber die Hintergr\u00fcnde und wollte jetzt mehr erfahren.<br><br>Das Buch beginnt mit Kapiteln, in denen beider Kindheit erz\u00e4hlt wird, danach widmet es sich den so unterschiedlichen Schicksalen w\u00e4hrend des zweiten Weltkriegs. Diese Jahre sind f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Leben der M\u00e4nner pr\u00e4gend. Grass war als junger Soldat Angeh\u00f6riger der SS und suchte seinen gro\u00dfen Einsatz, Reich-Ranicki und seine Frau lebten erst im Warschauer Ghetto und nach ihrer Flucht viele Monate in Todesangst in einem Versteck.<br>Mitte der 50er Jahre lernen sich beide kennen, sind sich nicht sympathisch und ihre Wege trennen sich wieder. Ihre gemeinsame Geschichte beginnt erst 1960, als Reich-Ranicki, inzwischen freiberuflicher Literaturkritiker in Deutschland, als einziger das so gefeierte Buch \u201eDie Blechtrommel\u201c zerrei\u00dft und das gro\u00dfe schriftstellerische Talent von Grass teilweise in Frage stellt. <br>Wer interessiert ist an deutscher Geschichte ( z.B. das Engagement von Grass f\u00fcr Willy Brandt) und am deutschen Literaturbetrieb ( Einblicke in die \u201eGruppe 47\u201c, auch ein bisschen Klatsch, schlie\u00dflich Verleihung des Nobelpreises an Grass) wird bestens bedient. Die Inhalte mehrerer B\u00fccher von Grass werden skizziert und ich bekam Lust, in der Danziger Trilogie mal wieder zu bl\u00e4ttern und Passagen zu lesen.<br><br>Fassungslos am Ende des Buches war ich von der Art, wie Grass und Reich-Ranicki miteinander umgegangen sind. Wie k\u00f6nnen sich zwei hochintelligente Menschen \u00fcber viele Jahre immer wieder so verletzen? Am Ende ihres Lebens wissen oder ahnen beide zumindest, wie sehr sie sich Schaden zugef\u00fcgt haben. Immerhin.<\/p>\n\n\n\n<p>Das H\u00f6rbuch wird von Gerd Heidenreich gesprochen. Lob von mir, ohne wenn und aber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir stehen selbst entt\u00e4uscht und sehn betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.\u201c Erinnern Sie sich noch, wer seine Sendung mit diesem Zitat immer beendete? Es war Marcel Reich-Ranicki, der in seinem \u201eLiterarischen Quartett\u201c mit dem Brechtzitat seine Zuh\u00f6rer verabschiedete. 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