Sich impfen lassen?

Am letzten Samstag, dem 2.1.2021, wurde ich im Rahmen meiner Tätigkeit in einem Seniorenzentrum gegen Covid 19 geimpft.
Als vor Weihnachten davon die Rede war, dass ab Januar die Impfungen beginnen, motivierte mich die Aussicht, u.U. zu den ersten Impfpatienten zu gehören, nicht übermäßig und ich fragte mich, warum das so ist. Der Gedanke, dass man nichts über mögliche Spätfolgen der Impfung weiß, erzeugte bei mir ein mulmiges Gefühl. Da ich allerdings immer versuche, gegen mulmige Gefühle anzugehen, fing ich an, mich mit dem Thema noch mehr zu befassen. Dabei las ich u.a. ein Interview mit den beiden Besitzern des Impfstoff-Firma Biontech, ein paar Tage später sah ich noch ein Interview mit ihnen im Fernsehen. Ich bekam dabei den Eindruck, dass hier ein Mann und eine Frau etwas nach bestem Wissen und Gewissen tun und ihre Aussagen glaubwürdig sind. Das gab mir schon ein etwas besseres Gefühl. Ausschlaggebend, dass ich mich dann habe impfen lassen, war aber ein Interview im Radio. Eine 47jährige Frau, die an Corona erkrankt war und jetzt als genesen gilt, erzählte, wie die Krankheit bei ihr verlaufen ist. Das wohl Schrecklichste war für sie die Tatsache, keine oder nur noch schwer Luft zu bekommen und künstlich beatmet werden zu müssen. Da ich selbst Asthma habe, konnte ich mich sehr gut in ihre Ängste hineinversetzen.Darüberhinaus schilderte sie ihren jetzigen Alltag. Sie hat weiterhin noch Herzprobleme und kann noch nicht wieder voll arbeiten, da sie sich immer wieder schlapp fühlt.
Sich impfen lassen? Auf der einen Seite eine nicht bestätigte Gefahr, irgendwann einmal an irgendeiner Spätfolge zu leiden, auf der anderen Seite aktuell die konkrete Möglichkeit, schwer zu erkranken, das war von mir abzuwägen und das fiel mir jetzt nicht mehr schwer.
Das Impfen dauerte nicht lange. Zuerst musste ich einen Schnelltest machen und das ging wirklich schnell, denn nach ca. 10 Minuten konnte ich schon in die Impfkabine. Linker Arm, Pikser, fertig.
Wie ich mich danach fühlte? Gut! Die Atmosphäre im Seniorenzentrum war positiv aufgeladen ( habe lange nach den Wörtern gesucht). Es schien so, als wären alle Anwesenden froh und erleichtert, dass ein langes Unwetter endlich vorbei und man selbst heil davongekommen ist. Diese Stimmung übertrug sich auf mich und mein silberner Horizontstreifen ist jetzt um Einiges dicker.
Abgesehen von dem Eindruck, im Arm ein bisschen Muskelkater zu haben, hatte ich keine Nebenwirkungen.

Am 23.1. ist meine zweite Impfung und ich freue mich jetzt schon auf baldige Drückerchen, den ersten Konzertbesuch, ein Essen in einem Restaurant und auf eine neue Reise.

Autor: linda

Wohne in Duisburg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.